So steigern Sie den Response Ihres Newsletters
Ein Experten-Interview
Karsten Büttner: Herr Strzyzewski, Sie haben in einer Studie
untersucht, was den Response von Newsletter-Lesern beeinflusst.
Was sind die fünf wichtigsten Erfolgsfaktoren?
Frank
Strzyzewski: Wir versuchen kontinuierlich herauszufinden, wie
das Medium E-Mail noch erfolgreicher eingesetzt werden kann. Wenn
ich das hier auf fünf Erfolgsfaktoren beschränken muss, dann sind
es diese:
1. Einbettung in ein schlüssiges Gesamtkonzept
2. gute Adress-Selektion
3. Zustell-Management
4. hoher Personalisierungsgrad bei Inhalt, Design und Versendehäufigkeit
5. Sonderformen wie E-Coupons, Umfragen oder Videos
Karsten Büttner: Wie lässt sich der Response am besten optimieren?
Frank Strzyzewski: Mit einem Gesamtkonzept. Zurzeit ist es
in den meisten Fällen so, dass eine Newsletterversion an alle E-Mail-Adressen
geht. Wir sind überzeugt, dass man damit mindestens 25% Geld auf
dem Tisch liegen lässt. Die meisten Newsletter schöpfen das Responsepotential
nicht aus. Z.B. weil E-Mail-Adressen nicht systematisch gesammelt
werden, weil die E-Mails in Spamfiltern hängenbleiben, weil Response
nicht messbar ist, oder weil die Abmelderaten um einen Faktor höher
sind als sie sein sollten, weil der Empfänger nicht das bekommt,
was ihn interessiert. In anderen Worten: das heute überwiegend anzutreffende
Newsletter-Konzept ist, dass man E-Mail als kostengünstigen Verteilkanal
an alle betrachtet. Damit ist Erfolg überdurchschnittlicher Erfolg
weitgehend Zufall. Wenn Sie mehr Response wollen, müssen Sie den
Werbeerfolg managen, und dazu benötigen Sie ein tragfähiges Konzept.
Karsten Büttner: Und das Konzept sagt mir dann, wie ich meine
Adressen selektiere?
Frank Strzyzewski: Ein gutes Konzept sagt Ihnen, welche Selektionen
erfolgversprechend sein können und wie viel zusätzliche Response
Sie mit einer guten Selektion erhoffen können. Gezielte Nachfasskampagnen
z.B. an E-Mail-Reagierer können eine um 3 - 5 mal höhere Kaufrate
bei geringsten Streuverlusten und Abmelderaten erzielen. Ich schätze,
dass weniger als 1% aller Newsletter-Versender in Deutschland diese
einfache, aber wirksame Taktik wenigstens einmal ausprobiert haben.
Auch incentivierte Willkommen-Mails an alle Neu-Abonnenten sind
eine exzellente Möglichkeit, die Schnellabmelderquote unter diesen
signifikant zu senken.
Karsten Büttner: Zustellbarkeit wird zunehmend zum Erfolgsfaktor.
Was ist damit gemeint?
Frank Strzyzewski: Eine E-Mail, die nie im Postfach des Empfängers
ankommt, kann natürlich auch keinen Response auslösen. Bei einem
weltweiten Spamanteil von 80% oder mehr, mit steigender Tendenz,
werden Spamfilter täglich schärfer und schlucken zunehmend auch
legale E-Mails. Das Vorbeikommen am Spamfilter wird damit zum ernsthaften
Kompetenzfeld. Dazu zählen eine ganze Reihe von Maßnahmen wie Whitelist-Arrngements
mit Internet Service Providern oder Webmailern wie T-Online, Web.de,
AOL oder Hotmail, dazu gehören Spamfilter-Checks vor dem Versand,
Zustell-Checks, Blacklist-Monitoring aber auch statistische Verfahren.
Oft ist die Frage: Können Sie solche Probleme überhaupt feststellen?
Wenn 10% ihrer 2.000 Adressen bei Yahoo.com sind, und die Öffnungsrate
dieser E-Mails ist 0%, und die der restlichen Kampagne 25%, dann
haben Sie ein Zustellproblem, aber ohne Messung der Öffnungsrate
auf Domain-Ebene werden Sie vermutlich nichts Auffälliges bemerken.
Karsten Büttner: Kann man für einen Newsletter an 2.000 Abonnenten
so einen Aufwand bezahlen?
Frank Strzyzewski: Wenn Sie Ihre E-Mails über eigene System
versenden, dann wird es schnell zu teuer, aber gute E-Mail-Service-Provider
lösen diese Probleme täglich und zunehmend vollautomatisiert. Damit
passt es auch für Kleinversender und in der Regel ohne Mehrkosten.
Karsten Büttner: Lassen Sie uns über Personalisierung sprechen.
Warum reicht nicht Anrede mit Nachname und evtl. eine personalisierte
Betreffzeile?
Frank Strzyzewski: Das ist schon einmal messbar besser als
gar nichts, aber Personalisierung verstehen wir auch als Individualisierung.
Je stärker eine Marketingbotschaft Bezug nimmt auf die Bedürfnisse
des Empfängers, umso stärker ist der Response.
Was neu daran ist, das ist die Möglichkeit, mit moderner E-Mail-Marketing-Software
schnell, leicht und kostengünstig E-Mails zu personalisieren. Dazu
gehören beispielsweise Produktangebote in Abhängigkeit des Wohnortes
(z.B. Reiseangebote mit Abflughafen in der Region), Einblendung
von Kundenprofilinformationen (z.B. Miles & More Punktestand), Geburtstagsgrüße
oder die von Amazon bekannten Beispiele von Produktempfehlungen
auf Basis von Warenkorbanalysen anderer Käufer.
Karsten Büttner: Mehr Relevanz, mehr Klicks - gilt diese
Kurzformel auch für verhaltensbasierten Follow-Ups?
Frank Strzyzewski: Absolut! Personalisierung erzeugt Relevanz
und Relevanz ist der Königsweg zum Kunden, gerade in der Zeit kürzer
werdender Aufmerksamkeitsspannen. Wir haben in einer Studie festgestellt,
dass die Kaufwahrscheinlichkeit von Newsletter-Empfängern, die auch
geklickt hatten, doppelt so hoch war wir die die Öffner und Nicht-Klicker.
Damit bieten sich Nachfassmails an Öffner und Klicker als einfache,
aber wirksame Formen des Behavioral Targeting an. Nach unserer Erfahrung
eine sehr gute Methode, die schnell umgesetzt ist und in der Regel
sehr gut funktioniert.
Frank Strzyzewski ist Geschäftsführer der XQUEUE GmbH, einem
Unternehmen, das sowohl eine technische Plattform zum Versand von
Newslettern bietet als auch mit einem umfangreichen Wissen Service
rund um Newsletterkampagnen anbietet.
der-newsletter-experte.de ist Vertriebspartner von Xqueue.
Das könnte Sie auch interessieren:
4 Optimierungsansätze
für den DELL-Newsletter
Gute Zeiten! 98 Prozent aller Newsletter
haben noch Entwicklungspotenzial
EMMA: E-Mail-Marketing für Fortgeschrittene
der-newsletter-experte.de
Karsten Büttner
Rostockstr. 2
23564 Lübeck
Fon +49 (0)451-61129920
Fax +49 (0)451-61129930
mailto:karsten.buettner@der-newsletter-experte.de
Was möchten Sie jetzt tun?
|