Rechnet sich ein Newsletter?
Von Karsten Büttner
Generell gefragt: Ist ein Newsletter nicht ziemlich aufwändig?
Braucht ein Websitebetreiber das überhaupt? Ist das Geld nicht
besser in anderen Online-Maßnahmen aufgehoben? Lassen
Sie uns Ihre Webpräsenz betrachten. Ich hoffe, dass Ihre Website
durch die Suchmaschinen und Ihre anderen Marketingmaßnahmen gut
gefunden wird. Was auch immer Sie getan haben, damit Suchende auf
Ihre Website aufmerksam werden - beispielsweise Suchmaschinenoptimierung,
Suchmaschinenmarketing oder Medienarbeit - immer haben Sie dafür
Geld investiert. Das heißt: jeder Ihrer Besucher hat Sie Geld gekostet.
Wenn Sie ein umsichtiger Kaufmann sind, dann wissen Sie, dass der
Gewinn nicht nur im Einkauf liegt, sondern auch darin, dass sich
die getätigten Investitionen in Interessenten amortisieren.
Doch wie sieht es auf Websites aus? Schauen wir uns einen typischen
Verlauf im Internet an. Nehmen wir an, Sie betreiben einen virtuellen
Golf-Shop. Nehmen wir weiterhin an, dass dieser 1.000 Besuche hat
(pro Tag, Woche oder Monat ist für dieses Beispiel egal). 500 gehen
gleich wieder, weil sie unter dem Suchbegriff "Golf-Zubehör" etwas
für ihr Auto suchten. Bleiben noch 500 "irgendwie" Golfsport-Interessierte.
Sechs davon haben etwas im Golf-Shop gefunden und gekauft.

Warum Newsletter? Aus Besuchern Interessenten gewinnen und Kunden
binden
Doch was ist mit den restlichen 494 Besuchern, die noch nichts gekauft
haben? Sind das nicht mögliche Käufer? Es sind auf alle Fälle Menschen,
die sich aus der Masse möglicher Kontakte durch zwei Merkmale herausheben:
- sie interessieren sich für Golfsport
- sie haben sich Ihnen selbst offenbart, sind aktiv auf Sie zugekommen
Der Nachteil: Sie kennen diese Damen und Herren nicht und können
sie leider nicht zum Wiederkommen einladen. Damit haben Sie aber
für sechs Verkäufe 994 Besucher benötigt!
Wäre es vor diesem Hintergrund nicht ökonomischer, möglichst viele
der 494 "irgendwie" Interessierten zumindest wieder ansprechen zu
können?
Lassen Sie uns einmal an einem Beispiel rechnen, warum und wie Sie
mit einem Newsletter sparen. Egal, ob Sie jemanden dafür gezahlt
haben, dass Ihre Website unter den ersten zehn Suchergebnissen (bei
Google) gefunden wird oder Sie Anzeigen geschaltet haben - Sie haben
Geld dafür ausgegeben, dass Leute auf Ihre Website kommen.
Ist es Ihr einziges Ziel, dass Sie Besucher auf Ihrer Website haben?
Wahrscheinlich nicht. Sie wollen Kunden. Nehmen wir an, Sie haben
Google-Adwords geschaltet und haben darüber 1.000 Klicks = 1.000
Besucher auf Ihre Website bekommen.
Dafür haben Sie pro Klick 0,30 Euro gezahlt. Das heißt:
0,30 x 1.000 = 300 Euro.
300 Euro haben Sie ausgegeben, in der Hoffnung, dass möglichst viele
von den 1.000 Besuchern zu Käufern werden.
Fragen Sie sich einmal selbst: Kaufen Sie beim erstbesten Angebot
oder schauen Sie nicht doch noch einmal weiter? Gehen Sie einmal
im besten Fall davon aus, dass 1 % der Besucher direkt bestellt.
Dann haben Sie 1 % = 10 Käufer erhalten. Sie haben für 10 Käufer
300 Euro, das heißt für jeden einzelnen Käufer 30 Euro investiert.
Hand auf''s Herz! Lohnt sich das für Sie? Die Sache wird erst erträglicher,
wenn Sie wie ein Versandhändler denken, der weiß, dass der Erstkauf
ein Verlustgeschäft, und erst die Anschlusskäufe Gewinne erzeugen.
Aber dazu brauchen Sie ein Werkzeug, um die Erstkäufer gezielt wieder
ansprechen zu können.
Kundengewinnung wird immer preiswerter, je mehr Newsletterabonnenten
Sie haben. Anders gesagt: Als Unternehmen muss es Ihnen gelingen,
die Interessierten dauerhaft anzusprechen. Und - das mag im ach
so egalitären Netz autoritär klingen - Sie müssen die Kommunikationskontrolle
haben.
Das heißt also:
1. Ein Newsletter ist ein gutes Instrument, um Erstkäufer zu Dauerkunden
zu machen
2. Ein Newsletter ist ein gutes Instrument, um aus möglichst vielen
Besuchern Interessenten zu machen
In beiden Fällen nutzen Sie die Kontakte aus, um kostengünstig Umsätze
zu erzielen. Denn in einem unterscheiden sich Ihre Newsletter-Abonnenten
von den reinen Besuchern: Sie haben sich als "Irgendwie-Interessierte"
oder eben auch als "Erstkäufer" qualifiziert.
Je mehr Newsletter-Abonnenten Sie ansprechen können, desto niedriger
sind die Pro-Kopf-Investitionen für die Redaktion und den Versand
des Newsletters. Und desto größer ist die Chance, dass Sie nennenswerte
Verkäufe unter den Beziehern tätigen können.
Ein Newsletter ist also ein Mittel, um
- Interessenten zu Käufern zu qualifizieren
- Käufer zu Wiederkäufern zu machen
- Newsletterabonnenten als Empfehlende zu gewinnen
Wichtig für den Erfolg Ihres Newsletters ist jedoch, dass dieser
eine klar umrissene Aufgabe in der Gesamtkommunikation hat.
Mögliche Ziele
Newsletter verfolgen unterschiedliche Ziele, z.B.
- Interessenten halten, Vertrauen aufbauen
- Kompetenz zeigen, Vorverkauf von Leistungen (und Produkten)
- Kunden binden
- Produkte verkaufen
Newsletter, die Produkte verkaufen, haben ein klares Ziel und
entsprechend ist der Aufbau auch eindeutig, lehnt sich oft am Shopdesign
an.
Häufig zeigen jedoch die Newsletter Schwächen, die "nur" einen Vorverkauf
bezwecken. Bei ihnen kommt es in der Regel darauf an, in Erinnerung
zu bleiben, Vertrauen zu erzeugen und Kompetenz zu zeigen. Häufig
fehlt hier aber der "Ruf-mich-jetzt-an"-Impuls. Leser erkennen diese
Art von Newsletter als "nice-to-have", ohne dass der praktische
Nutzen und das Ziel des Betreibers immer deutlich wird.
Der Newsletter ist der beste Umsatzbringer
Rechnet sich ein Newsletter gegenüber anderen Marketingmaßnahmen?
Diese Frage stellten sich Flint McGlaughlin und sein Marketingteam,
als sie verschiedene Marketingmaßnahmen in Bezug auf Konversion
untersuchten.
|
Konversionsrate
Die Konversionsrate (Umwandlungsrate, Konvertierungsrate)
gibt an, wie hoch der Anteil der Personen ist, die eine erwünschte
Handlung vorgenommen haben. Diese erwünschte Handlung kann
sein: Kauf eines Produktes, Bestellung eines Newsletters,
Tätigen eines Anrufs, Anfordern weiterer Informationen.
Während die Klickrate lediglich ein Interesse signalisiert,
beschreibt die Konversionsrate, wie erfolgreich Ihre Zielvorgabe
erfüllt wurde.
Ein Beispiel: Sie schalten eine Verkaufsanzeige in einem
Newsletter, der an 10.000 Abonnenten verschickt wird. Von
den Abonnenten klicken 250 auf Ihre Anzeige. Von diesen 250
bestellen 10 Ihr beworbenes Produkt. Die Klickrate beträgt
250 * 100/10.000 = 2,5 %.
Bei der Berechnung der Konversionsrate finden Sie in der
Praxis oft zwei Bezugsgrößen: Einerseits der Anteil der Käufer
gemessen an der Gesamtabonnentenzahl (10.000); andererseits
dient die Zahl der Interessenten (250) als Orientierungspunkt.
Je nach Berechnung beträgt dann die Konversionsrate entweder
0,1 % oder 4 %.
|
Konversionsraten für unterschiedliche Marketingkanäle
|
Anzahl
Klicks |
Anzahl
Konversionen |
Konversionsrate |
| Website-Verkehr |
961
|
26
|
2.71%
|
| AdWords
|
767
|
8
|
1.04% |
| Yahoo
Search |
507 |
4 |
0.79% |
| Newsletter
|
942
|
53
|
5.60% |
Quelle: http://www.marketingexperiments.com
Die Konversionsrate des E-Mail-Newsletters liegt mit 5,6 % gegenüber
der nächst besten Maßnahme (2,71 %) signifikant höher. Der Grund
ist nahe liegend und das Ergebnis auf viele Unternehmungen übertragbar
zu sein: Der Newsletter hat eine Vertrauensbasis geschaffen, die
ein einmaliger Werbekontakt in den meisten Fällen nicht erreicht.
Nur starke Internet-Marken wie Amazon oder eBay dürften auf eine
bessere Konversionsrate bei Adwords und vergleichbaren Marketingmaßnahmen
kommen.
Fazit
Der Newsletter ist ein wichtiges Werkzeug, nicht für höhere
Umsätze zu sorgen, sondern auch kosteneffizient zu arbeiten.
Denn die Kosten pro Konversion sind bei Newsletterabonnenten im
Vergleich zu den anderen Maßnahmen deutlich niedriger. Um
53 Konversionen (Verkäufe, Anmeldungen u.ä.) zu erreichen,
müßte beispielsweise der Website-Verkehr verdoppelt werden,
die Anzahl der Klicks auf Adwords-Anzeigen von 767 auf rund 5.100
gesteigert werden.
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Im April 2007 im Data Becker-Verlag erschienen:
"E-Mail- & Newslettermarketing" von Karsten
Büttner.
Newsletter, Mailingliste, Lead-Management
mit Follow-Ups, Newsletter-Anzeigen, Standalone-Mails - das
sind die Themen des etwa 350 Seiten starken Handbuches, das
gleichermaßen für Einsteiger und Fortgeschrittene
geeignet ist.
Das Buch richtet sich vornehmlich an kleine
und mittelständische Betriebe.
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der-newsletter-experte.de
Karsten Büttner
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