5 einfache E-Mail-Maßnahmen für (fast) jeden Newsletterversender
Von Karsten Büttner
Für
viele Marketer ist der Versand des Newsletters noch immer eine "Fire
& Forget"-Angelegenheit. Dabei verschenken sie eine ganze Menge
Potenzial. Denn bereits einfache Nachfassaktionen, die oft nur einen
Bruchteil der Zeit für die Newsletterproduktion kosten, erzeugen
zusätzliche Aufmerksamkeit und in der Regel höhere Konversionen.
Es gibt eine ganze Reihe von E-Mailmaßnahmen, die effizient sind,
aber eine gewisse technische Infrastruktur und einen größeren Verteiler
vorraussetzen. Dazu zählen höchst zielgenaue E-Mails, wie wir sie
zum Beispiel von Amazon kennen, die aus dem konkreten Klickverhalten
im Shop herrühren.
Unternehmensberatungen wie Gartner sehen in einer 2011 veröffentlichten
Studie, dass verhaltensbasiertes Marketing bis zu 600 Prozent höhere
Responseraten erzeugen kann als traditionelle Kampagnen. Auch Forrester
Research unterstützt die Aussage, dass es einen signifikanten Zusammenhang
zwischen hoher Segmentierung und hoher Responserate gibt. Sie sehen
eine bis zu fünffach höhere Performanz bei segmentierten Verteilern
im Vergleich zu allgemeinen Adressverteilern.
Doch auch Versender mit Verteilern von wenigen tausend Adressaten
können einfache Maßnahmen ergreifen, die wenig zusätzliche Zeit
beanspruchen.
Oft wird die Produktion eines Newsletters gerade in kleinen und
mittleren Unternehmen dem Tagesgeschäft förmlich abgerungen. Mit
dem Klicken auf den Versandknopf wird bereits die nächste Marketingmaßnahme
ins Visier genommen, deren Aufwand mit Sicherheit wesentlich höher
ist, als folgende Nachfassaktionen. Und oft unterbleibt dann ein
weiteres Nachfassen beim gerade versendeten Newsletter.
1. Nicht-Öffner erhalten den Newsletter inhaltsidentisch erneut
Die einfachste Art des Nachfassens ist es, einen Newsletter direkt
nach dem Versand bereits "auf Termin" zu legen, um ihn nach 3 -
7 Werktagen erneut an alle Nicht-Öffner zu schicken. Wenngleich
das praktische Vorgehen bei jeder Versandlösung etwas unterschiedlich
sein mag, so beträgt der Aufwand für die Einrichtung einer automatischen
Nachfasskampagne nur wenige Minuten.
2. Nicht-Öffner erhalten den Newsletter mit anderer Betreffzeile
Auch diese Nachfassaktion ist absolut simpel, aber wirkungsvoll.
Sie tauschen die Betreffzeile aus und verschicken nach wenigen Tagen
den Newsletter an alle Nicht-Öffner.
3. Nicht-Öffner erhalten den Newsletter mit anderer Betreffzeile
und anders geordneten Inhalten
Eine weitere einfache Veränderung stellt der Austausch der Betreffzeile
sowie anders geordnete Inhalte dar. Wer einen Newsletter mit einem
internen Content-Management erstellt hat, kann die Inhalte ganz
einfach verschieben. So liegt der Wahrnehmungsfokus auf anderen
Inhalten. Die inhaltliche Veränderung sollte im minimalsten Fall
im Vorschaufensterbereich erfolgen.
4. Nicht-Öffner-Gruppe wird in mehrere Gruppen unterteilt und
zu unterschiedlichen Zeiten noch einmal angeschrieben
Die oben genannten Varianten lassen sich mit dem Faktor Zeitpunkt
verbinden: Sie schicken zwei oder mehreren verschiedenen Gruppen
den Newsletter zu unterschiedlichen Zeiten.
5. Alle erhalten Erinnerung für zeitlich begrenzte Kampagne
Wer eine zeitlich befristete Aktion gestartet hat, kann einfach
Folgemails in Form von Countdowns schicken, die sich am Enddatum
der Kampagne orientieren. Die Folgemails mit Betreffzeilen wie "Nur
noch 3 Tage für XY-Kampagne" lassen sich im Vorfeld produzieren
und automatisieren. Unter den fünf genannten Maßnahmen ist diese
die vielleicht zeitaufwändigste, aber in aller Regel erfolgreiche
Maßnahme.
Was spricht dagegen?
Vereinzelt kann es Problem bei der Messung von Nicht-Öffnern kommen,
so dass nominelle Nicht-Öffner faktisch den Newsletter bereits gesehen
haben.
Die E-Mailfrequenz kann vereinzelt als zu hoch empfunden werden
und kurzfristig zu einer erhöhten Abmeldequote führen. Hier müssen
Sie abwägen, was für Sie der bessere Weg ist: mehr Abonnenten oder
weniger Abonnenten, aber möglicherweise mehr Käufer/Besteller.
Fazit
Der ökonomische Nutzen, der durch die Nachfassaktionen erzeugt wird,
wird je nach Branche, Kampagne, Produkt oder Angebot unterschiedlich
ausfallen. Doch der geringe Zeitaufwand ist es allemale wert, in
die einmal gestartete Kampagne ein klein wenig mehr Zeit zu investieren.
Und diese ist in den uns bekannten Fällen immer den Aufwand wert
gewesen.
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