Interessenten finden und qualifizieren -
Systematisches Lead-Management per E-Mail
Von Karsten Büttner
"Messen
sind der schiere Horror", erklärte mir kürzlich der Marketingleiter
eines IT-Unternehmens. Der Grund ist einfach. Für viele Unternehmen
in der IT-Branche sind Messen noch immer der Ort, wo sie glauben,
Leads gewinnen zu können. Doch der Zeitaufwand für die Bearbeitung
der Leads ist hoch. Oft können nicht alle Anfragen zeitnah bedient
werden. Insbesondere die Vorqualifizierung verschlingt viel Zeit
- Zeit, die für die "heißen Leads" fehlt. Aber es geht auch anders.
Der "Horror" setzt kurz nach der Messe ein, wenn die Verkaufsabteilung
versucht, die Besitzer der gesammelten Visitenkarten mit den gewünschten
Erstinformationen zu versorgen. Allein bei 200 Visitenkarten verschlingen
Datenaufnahme, der Versand von Prospekten, die Anlage von Wiedervorlage
pro Interessent bereits 30 bis 40 Stunden. Neben dem sonstigen Tagesgeschäft
muss die Verkaufsmannschaft nun noch versuchen, nach ein paar Tagen
die Leute, denen sie Prospekte gesendet hat, erneut zu kontaktieren.
Der Aufwand ist hoch, nicht selten gehen potenzielle Aufträge allein
deswegen verloren, weil es dem Unternehmen nicht gelingt, schnell
genug auf Anfragen zu reagieren.
Interessenten drohen mit Anfragen - die Marketingabteilung kollabiert
Ähnlich ergeht es den Unternehmen, die zum Beispiel über Anzeigen
Interessenten für ihre Produkte generieren. Nehmen wir an, Sie erhalten
durch Ihre Anzeigen innerhalb einer Woche 100 Anfragen. Selbst wenn
Sie bereits ein Schreiben vorbereitet haben, sollten Sie Ihre Mail
personalisieren. Das heißt, Sie müssen in diesem Fall erst einmal
viel Handarbeit leisten. Sie müssen die Daten in einem Kontaktmanager
erfassen oder alles per Hand über ein E-Mailprogramm abwickeln.
Dafür benötigen Sie allein für 100 Anfragen bereits drei bis vier
Stunden. Nach ein paar Tagen sollte nachgefasst werden. Die so genannten
Follow-Ups müssen zur richtigen Zeit kommen, ansonsten verpufft
ihre Wirkung. Allerdings werden sich nun die ersten Follow-Ups mit
weiteren Anfragen nach Ihrem Produkt überschneiden.
Spätestens jetzt wird es schwierig, im Tagesgeschäft noch den Überblick
zu bewahren, wer wann welche Information bekommen soll und was Vorrang
hat. Wer hier auf manuelle Lösungen setzt, wird schnell an
seine Grenzen stoßen.
So ist es nicht verwunderlich, dass mehr als 70 Prozent aller gewonnenen
Leads in Unternehmen nicht bearbeitet werden. Das fand eine Studie
des Marktforschungsunternehmens Gartner Group heraus. Und mehr noch:
die meisten tatsächlich bearbeiteten Leads erreichen den zuständigen
Mitarbeiter zu spät.
Leadmanagement statt einfacher Download
Es gibt also eine Lücke zwischen Interessenten gewinnen und
Kunden bekommen. Diese Lücke wird überbrückt durch systematisches
Lead-Management.
Warum aber der ganze Aufwand mit den E-Mailadressen? Wäre es nicht
besser, auf der Website einfach Informationen zum Download anzubieten
und dann einfach darauf zu warten, dass die Interessierten sich
melden? Der Grund ist einfach: der größte Teil der Menschen ist
erst nach mehrfachem Kontakt bereit zu kaufen. Ein einfacher Download
ermöglicht es Unternehmen jedoch nicht, einen möglichen Interessenten
erneut anzusprechen.
|
Lead-Management
Mit Lead-Management wird ein System beschrieben, wie aus
einem theoretischen Kundenpotenzial Interessenten identifiziert
werden. Verkürzt lässt sich Lead-Management auch als Kundengewinnungsprozess
beschreiben. Vereinfacht geht es beim Lead-Management um folgenden
Prozess, in den Marketing- und Vertriebsabteilung eingebunden
sind:
- Aufmerksamkeit erzeugen (Anzeigen, Pressearbeit)
- Interessenten identifizieren
- Interessenten vorqualifizieren
- Anfragen filtern
- Anfragen nach Priorität einteilen
- Interessenten weiter qualifizieren
- Kaufabschluss erreichen
Effizientes Lead-Management zeichnet sich durch drei Faktoren
aus:
1. es ist systematisch und folgt einem erprobten Prozess,
dessen Abfolge immer gleich ist
2. es erzeugt konsistente, vorhersagbare Resultate
3. es erfordert wenig physischen Einsatz
|
Wie aber kann der Anspruch an ein systematisches Lead-Management
in die Praxis umgesetzt werden? Hier setzt automatisiertes Lead-Management
per E-Mail an. Es übernimmt im Grunde zwei Funktionen:
1. Gewinnen von E-Mailadressen
2. Vorqualifizieren von Kontakten
Nicht für alle(s), aber viele
Lead-Management eignet sich für drei verschiedene Gruppen von Menschen,
mit denen Unternehmen zu tun haben:
1. Interessentenpotenzial: Personen, die für Ihr Produkt oder Ihre
Leistung aufgrund verschiedener Faktoren (Branche, Umsatzgröße,
spezifische Anforderungen) in Frage kommen
2. Interessenten: sie haben auf Ihr Marketing in irgendeiner Form
reagiert, aber noch nicht gekauft
3. Kunden: sie haben bereits bei Ihnen gekauft und würden eventuell
wieder kaufen.
|
Gute Gründe für Lead-Management
- Sie haben im Vergleich zum Download die Möglichkeit der
Kontaktsteuerung
- Sie haben mehrfachen Kontakt zu einem Interessenten
- Sie können eine Argumentationskette aufbauen
- Sie können Themen vertiefen, Nutzen zeigen, Verlangen
erzeugen
- Sie erreichen durch die Frequenz eine bessere Erinnerbarkeit
- Sie erzeugen damit kleinräumiges Markenbewusstsein
- Ihre Interessierten erhalten sofort die gewünschten Informationen
von Ihnen
- Die Automatisierung von E-Mails schafft Freiraum für
andere Marketingaktivitäten
- Die Interessenten werden durch die Abfolge von E-Mails
vorinformiert und vor-qualifiziert
- Der Text wird im Gegensatz zum Newsletter nur einmal
geschrieben und muss nur geringfügig aktualisiert werden
- Sie erzeugen einen konstanten Strom an Interessenten
|
Jede dieser Gruppen muss anders angesprochen werden. Das bezieht
sich auf die Inhalte, die Form und die Frequenz.
Von einer höheren Warte aus betrachtet ist Lead-Management "nur"
ein systematisches Marketing, das Sie mit verschiedenen anderen
Marketingmaßnahmen kombinieren können, und zwar:
- Newsletter als Ausgangspunkt mit aufgesattelten regelgesteuerten
Mails
- White Paper als Ausgangspunkt für qualifizierende Folgemails
- Eigenständiger E-Mailkurs als Vorverkaufsinstrument
- Nachverkaufsinstrument bei Kunden
Fass nach, Hasso!
Als automatisiertes Lead-Management bezeichne ich ein systematisches
Marketing, bei dem eine Abfolge von E-Mails voll- oder teilautomatisiert
verschickt wird. Dabei kann die Anzahl der Mails und der zeitliche
Abstand zwischen den einzelnen Aussendungen frei festgelegt werden.
Automatisiertes Lead-Management (andernorts auch mehrstufiges E-Mailmarketing
genannt) ist nicht nur die fortgeschrittene Disziplin des E-Mailmarketing,
sie ist ein guter Weg, eingesetzte Marketinggelder optimal einzusetzen.
Denn das Verfahren dient dazu diejenigen herauszufiltern, die für
das gewünschte Unternehmensziel (Verkauf eines Produktes oder einer
Leistung) in Frage kommen. Dabei kann Lead-Management sowohl in
Verbindung mit einem Newsletter als auch als eigenständige Abfolge
von E-Mails erfolgen. Zwei Beispiele sollen das illustrieren.
Immer-wenn-dann-Mails
Ein Seminaranbieter verschickt regelmäßig einen Newsletter, in dem
er auf seine Angebote hinweist. Eine Veranstaltung, deren Inhalt
und Form besonders erklärungsbedürftig ist, die aber gleichzeitig
hoch profitabel sein kann, wird vom Veranstalter besonders beworben.
Ein Interessent, der auf den Link zu dieser spezifischen Veranstaltung
geklickt hat, erhält automatisch am darauf folgenden Tag eine zusätzliche
E-Mail zugesandt. Diese E-Mail enthält ein Interview mit dem Referenten
der Veranstaltung. Hat der Empfänger dieser ersten Nachricht die
Mail mit dem Interview geöffnet, so erhält er einen Tag später eine
weitere Nachricht mit Referenzen sowie einen Link zum Buchungsformular,
verknüpft mit dem Angebot, für die Anmeldung eines weiteren Teilnehmers
einen Rabatt von 15 % zu erhalten.
Technisch wird diese Art von Lead-Management so gelöst, dass weitere
E-Mails für den Abruf bereitgestellt werden. Diese werden regelbasiert
aktiviert. In unserem Fall lautet die Anweisung für die Versandsoftware:
"Wer auf den Link C geklickt hat, erhält einen Tag nach dem Klick
automatisch das Mailing Nr.2."
Leadgewinnung durch eigenständigen E-Mailkurs
Nehmen wir an, ein Unternehmen bietet einen E-Learning-Kurs an.
Er bewirbt sein Produkt in passenden Newslettern und in Pressemeldungen.
Um Interessenten für das Kaufprodukt zu bekommen, bietet er zunächst
eine abgespeckte kostenfreie Version in Form eines E-Mailkurses
an.
Interessenten werden auf eine spezielle Seite geführt und erhalten
dort Informationen, um was es in dem Kurs geht, dass er garantiert
kostenfrei ist, wie das gesamte Prozedere ist. Den Abschluss bildet
das Eintrageformular. Der Anmeldevorgang ist wie beim Newsletter
gestaltet, erst nach einer ausdrücklichen Bestätigung erhält der
Interessent seine erste Lektion. Die Abfolge der Lektionen - zum
Beispiel alle zwei Tage eine E-Mail - wird meist vom Herausgeber
des Kurses vorgegeben.
Technische Organisation
Automatisierte Follow-Ups lassen sich vom Prinzip her mit vielen
Newsletter-Versandlösungen organisieren. Darüber hinaus gibt es
aber spezielle Software, mit der sich zusätzlich eine Reihe von
verkaufsfördernden Maßnahmen einrichten lassen. Diese Software läuft
unter dem Namen Follow-Up-Responder.
Fazit
Automatisiertes Leadmanagement systematisiert und entlastet den
Vertrieb, indem es die aufwändige Vorqualifizierung übernimmt
und sich auf die wirklichen Interessenten konzentrieren kann.
der-newsletter-experte.de bietet technische, konzeptionelle
und textliche Unterstützung bei der Umsetzung von automatisiertem
Leadmanagement.
der-newsletter-experte.de
Karsten Büttner
Rostockstr. 2
23564 Lübeck
Fon +49 (0)451-61129920
Fax +49 (0)451-61129930
mailto:karsten.buettner@der-newsletter-experte.de
Was möchten Sie jetzt tun?
|