Ko-Mailing-mehr als Huckepack- und Haurucklösung
Von Karsten Büttner
Wenn es darum geht, neue Interessenten- und Kundenkreise zu erschließen,
sind beschränkte Budgets oft ein Hindernis, das gewünschte Ziel
zu erreichen. Verbundwer-bung – oder Ko-Mailing – kann eine Lösung
sein, schnell und effizient neue Abonnenten für sich zu erschließen,
wenn sich mehrere Unternehmen mit komplementären Angeboten zusammenfinden,
die ähnliche Kundensegmente ansprechen.
Verfügen diese Unternehmen bereits über eigene Adressen, werden
diese für einen gemeinsamen Newsletter zusammengeführt. Damit vervielfachen
sich die potenziellen Kunden für jedes teilnehmende Unternehmen
auf einen Schlag, ohne dass dafür das Werbebudget übermäßig in Anspruch
genommen werden musste.
„Die größte Herausforderung neben der richtigen Partnerwahl liegt
sicher darin, den gemeinsamen Nutzen für die Zielgruppe zu generieren“,
sagen die Unternehmensberater Malte W. Wilkes und Anke Fleischhauer.
Sie haben Kooperationen untersucht und die jeweiligen Schwachpunkte
herausgearbeitet.
Ganz klare Vorteile, neben dem Reichweitengewinn, sind möglicher
Imagetransfer und ein Umsatzplus. Allerdings müssen die Rahmenbedingungen
stimmen. Denn Imagetransfer kann auch in die andere Richtung schlagen.
Wird ein Unternehmen in einen Skandal verwickelt, sind die Kooperationspartner
unmittelbar mit betroffen. Dabei muss es gar nicht einmal so schlimm
kommen. Es reicht schon, wenn zwei Marken zusammengehen, die eigentlich
nicht zusammen passen. So geschehen bei Condor und Neckermann. Während
Condor in der Branche als Premiummarke unter den Charterfliegern
galt, hatte sich Neckermann klar als Billigflieger positioniert.
Die Kooperation floppte auch prompt. Hier stimmte, im Branchenjargon
gesprochen, der „Brand Fit“ nicht. Aber auch die gemeinsam beworbenen
Produkte und Leistungen müssen zusammen passen.
„Der Product Fit ist sicherlich der nahe liegendste Faktor“, folgern
die beiden Berater Wilkes und Fleischhauer. Doch die strategischen
Interessen der Firmen müssen ebenso übereinstimmen. Stark wachstumsorientierte
Unternehmen und auf Kundenbindung ausgerichtete Unternehmen werden
sowohl bei der Ansprache als auch bei den ein-zelnen Marketingaktionen
Probleme miteinander bekommen.
Wenn es um die konkrete Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen
der jeweiligen Unternehmen geht, stellen die unterschiedlichen Arbeitskulturen
oft Reibepunkte dar, die Ko-Mailings in der Praxis oft aufwändig
machen. Wer Ko-Mailings dagegen sorgfältig vorbereitet, kann dann
auch für alle Seiten befriedigende Ergebnisse erzielen. „Cook &
More“ ist dafür ein Beispiel. Hier arbeiten Bosch Hausgeräte GmbH
und Dr. Oetkers Backsparte miteinander. Das Erfolgsrezept für die
Zusammenarbeit: Alle Beteiligten formulierten und fixierten ihre
Ziele deutlich. Mehr als die unternehmenspolitischen Gründe wurde
der Nutzen des Kunden in den Vordergrund gestellt.
Das sind Erfolgsfaktoren für Ko-Mailings
- Die Partner(marken) müssen in der Wahrnehmung beim Kunden zusammen
passen
- Der Kunde muss einen Nutzen für sich erkennen können
- Gemeinsame Themen oder Anwendungsfelder sind Brückenbauer für
den gemeinsamen Newsletter
- Zwischen den Partnern muss ein hohes Vertrauen vorhanden sein
- Die jeweiligen Ziele müssen formuliert und fixiert werden
- Die Kooperationspartner müssen von ihrer strategischen Ausrichtung,
aber auch ihrer Arbeitsmentalität zusammen passen
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Karsten Büttner
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