E-Mailmarketing kann noch mehr I:
Wie Sie herausfinden, was Ihre Newsletterleser wollen
Von Karsten Büttner
Für
viele Newsletterbetreiber bedeutet E-Mailmarketing vorallem eines:
kostengünstig an viele Adressaten werbliche Botschaften schicken.
Doch richtig erfolgreich ist E-Mailmarketing jenseits des 3A-Versands
("alles an alle"). Holen Sie sich Anregungen, was Sie mit professionellem
E-Mailmarketing in Ihrem Unternehmen anstellen können.
Natürlich ist es zuallererst eine strategische Entscheidung, welche
Rolle E-Mailmarketing im Kommunikationsmix spielen soll. Für die
einen ist es schlicht ein Kontaktmedium im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit,
um sich bei Kunden und Interessenten in Erinnerung zu rufen. Hier
ist es oft völlig ausreichend, mit gleichen Inhalten für alle zu
arbeiten. Denn das eigentliche Verkaufsgespräch findet an anderer
Stelle statt.
Andere nutzen E-Mailmarketing direkt zum Abverkauf. Hier ist eine
Vorqualifizierung eine gute Möglichkeit, gezieltere Angebote unterbreiten
zu können. Zwischen diesen Polen liegt ein ganzes Spektrum an Möglichkeiten.
Einige dieser Möglichkeiten möchten wir Ihnen vorstellen.
Qualifizierungsmöglichkeiten von Interessenten
Insbesondere Online-Shops mit einem komplexen Angebot können ihre
E-Mailkampagnen wesentlich effizienter gestalten als einen Newsletter
für alle zu erstellen. Doch wie lässt sich das Ziel eines Newsletters
mit maßgeschneiderten Inhalte für jeden erreichen?
Um an diese Informationen zu kommen, was die Leser interessiert,
hat der Newsletterbetreiber im Prinzip vier Wege:
1. Direkt mit dem Eintrageformular werden die Interessen abgefragt
2. Nach der Anmeldung zum Newsletter erhält der Abonnent einen
Fragebogen, dessen Ergebnisse im Datensatz (=Profil) des Abonnenten
gespeichert werden.
3. Nach der Anmeldung (und mit jedem Newsletter) hat der Abonnent
die Möglichkeit, sein Profil (oder auch Präferenzcenter) aufzurufen.
Professionelle Versandlösungen erlauben es, dass jeder Abonnent
seine Angaben nachträglich ergänzt oder verändert.
4. Das aktuelle Klick- und Konsumverhalten wird in das Profil des
Abonnenten geschrieben.
Während Sie die ersten drei Wege bereits mit mittelpreisigen Systemen
beschreiten können, ist die letzte Möglichkeit zurzeit noch den
High-End-Systemen vorbehalten.
Einfache Qualifizierung der Newsletterabonnenten
Die einfachste Möglichkeit der Qualifizierung von Newsletterabonnenten,
ist die Interessensabfrage direkt beim Newslettereintrag. Hier ein
Beispiel unseres Kunden quickaudio.de,
der mit Musikinstrumenten handelt.
Sind
diese Informationen bei jedem Leser hinterlegt, können Sie als Newsletterbetreiber
nun entsprechend kategorisierte Inhalte hinterlegen. Das heißt,
in Ihrem Newsletter werden "dynamische Inhalte" eingefügt, Bausteine
mit Angeboten, die nur für den sichtbar werden, der sich dafür interessiert.
Wenn Herr Müller ein Faible für Klavier und Blockflöte hat, wird
er eben nur Angebote aus diesem Bereich erhalten, während der Rockgitarrist
Felix nur Angebote für E-Gitarren, Verstärker und Effektpedale bekommt.
Unser Tipp: Auch wenn anfangs der Aufwand für Sie als Newsletterbetreiber
wesentlich höher ist als der Nutzen,fangen Sie so früh wie möglich
an, Interessensselektionen mit der Newsletteranmeldung zu erfassen.
Wir haben festgestellt, dass die Möglichkeit zur nachträglichen
Änderung der Interessen ("Ändern Sie Ihre Vorlieben") meist nur
zu einem geringen Teil genutzt wird und der Aufwand vergleichsweise
hoch ist, diese Daten im Nachhinein zu erheben.
Manuelles Follow-Up aufgrund von Klickverhalten
Auch wenn sich eine Einteilung von Newsletterabonnenten in feste
Interessensgruppen für Sie nicht lohnt, können Sie mit jeder professionellen
Versandlösung verhaltensbasierte Zielgruppen bilden. Nehmen wir
einen Reiseveranstalter als Beispiel. Dieser hat im Vormonat eine
bestimmte Reise beworben, für die nun kurzfristig noch einige wenige
Plätze frei sind.
Anstatt alle Newsletterleser noch einmal anzuschreiben, beschränkt
er sich auf diejenigen, die im letzten Newsletter auf eben diesen
Veranstaltungslink geklickt haben. Hieraus wird nun die Zielgruppe
für eine Nachfass-Kampagne gebildet. Eingeschränkt wird diese Empfängergruppe
noch dadurch, dass alle, die die Reise bereits gebucht haben, aus
diesem Adressatenkreis entfernt werden.
Hat der Reiseveranstalter seine Angebote über die Monate in gewisser
Weise auch strategisch aufgebaut, kann er Interessentengruppen bilden:
Lautet eine Newsletterrubrik zum Beispiel "Schnäppchen" oder "Last
Minute-Angebote", fasst er alle in einer Empfängergruppe zusammen,
die beispielsweise im letzten Vierteljahr auf diese Rubrik geklickt
haben.
Komplexe Qualifizierung der Newsletterabonnenten
Versandhändler wie Otto verwenden bei der Anmeldung zum Newsletter
eine Anmeldesequenz in mehreren Schritten bevor ein regulärer Newsletter
mit dynamischen Inhalten verschickt wird. Dynamisch meint hier,
dass die Angebote je nach Interessenslage des Empfängers eingefügt
werden.
1. Nach der Anmeldung erhält Ihr Interessent eine Aktivierungsmail.
2. Hat der Interessent den Bezug des Newsletters bestätigt, bekommt
er nun eine Willkommensmail, in der - sagen wir - fünf verschiedene
Angebote dargestellt werden, die prototypisch für Ihre Angebotspalette
stehen.
3. Klickt der Abonnent auf ein erstes Angebot, wird dieses Interesse
in der Datenbank gespeichert ("hat auf Link C geklickt"). Sie loben
einen Gutschein aus, der automatisch in die kommende Mail, mit der
sich der Interessent ein erstes Mal qualifiziert, integriert ist.
4. Wenige Zeit später erhält der Abonnent eine weitere Auswahl an
Angeboten, die auf der Produktgruppenauswahl C basiert. Das heißt,
wer beispielsweise auf Link A geklickt hat, bekommt andere Angebote
angezeigt. Allen gemeinsam ist jedoch ein Gutschein beigefügt.
5. Eine Umfrage, für deren Ausfüllen eventuell eine Verlosung in
Aussicht gestellt wird, kann weitere Profilinformationen liefern.
(Zu viel Belohnung kann jedoch auch schädlich sein, deswegen sollten
Sie hier testen, wie sich Verlosungen oder ähnliche "Bestechungen"
auf das Kundenverhalten auswirken.)
6. Ist dieser Prozess abgeschlossen, werden Sie für einen großen
Teil der Adressaten bereits eine ganze Reihe interessanter Daten
haben, mit denen die Erstellung relevanter Angebote einfacher möglich
sein wird.
Vollautomatische Qualifizierungsprozesse
Davon träumt wohl jeder Shopbesitzer: die Verkaufsprozesse laufen
vollautomatisch und man muss nur noch den Kontostand prüfen. So
weit werden wir nicht kommen, doch viele Kampagnen lassen sich schon
heute regelgesteuert automatisieren. Dazu zählen beispielsweise
Empfehlungs-Mailings und solche an Kaufabbrecher.
Ein vergleichsweise einfacher Mechanismus ist die Empfehlung aufgrund
von Käufen oder persönlichen Bewertungen des Kunden. So finde ich
in schöner Regelmäßigkeit Mails dieser Art in meinem Postfach: "Amazon
hat neue Empfehlungen für Sie auf Basis der Artikel, die Sie gekauft
oder bewertet haben."
Darüberhinaus setzen Versandhändler aber noch weitere Kaufempfehlungen
aufgrund von "versteckten" Ähnlichkeiten ein. Nach dem Motto "75
% der Käufer von A haben auch B gekauft". Dahinter stehen keine
menschlichen Verkäufer oder Analysten, sondern komplexe Datenbankanalysen,
die nicht-offensichtliche Bezüge in kürzester Zeit automatisch erkennen
und entsprechende Mails generieren.
Landeseiten, deren Inhalte auf Klick in Echtzeit für den einzelnen
Newsletterleser erzeugt werden, sind eine Technik, die bestmögliche
Konversion liefern kann. Ebenso sind automatisierte Mails an Warenkorbabbrecher
eine äußerst effiziente Maßnahme, um dem Online-Shopbesitzer zusätzliche
Umsätze zu bescheren.
Verfahren wie diese waren bis vor kurzer Zeit nur den Top 50 der
Versandhändler vorbehalten. Mittlerweile ist die Technik auch für
den kleinen Mittelständler erschwinglich, weil sie sich unter bestimmten
Voraussetzungen - Besuchszahlen und Newsletterabonnenten können
als Anhaltspunkte genommen werden - innerhalb von wenigen Monaten
amortisieren.
Fazit
Für viele Newsletterbetreiber besteht noch großes Entwicklungspotenzial.
Der Vorteil der Maßnahmen liegt zum einen darin, dass der Aufwand
im Vergleich zu anderen Marketingmaßnahmen gering ist, beziehungsweise
im Fall der Automatisierung lediglich ein einmaliger Aufwand für
die Einrichtung entsteht.
Wenn Sie wissen wollen, mit welchen Methoden und Maßnahmen Sie Ihr
E-Mailmarketing optimieren können, nehmen Sie zu uns Kontakt auf.
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Karsten Büttner
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