Gute Zeiten! 98 Prozent aller Newsletter haben noch Entwicklungspotenzial
Von Karsten Büttner
Laut
einer aktuellen Untersuchung haben 98 Prozent aller Newsletter wenigstens
einen Mangel. Wenn ein Mangel aber gleichzeitig als Stellschraube
für den Erfolg begriffen wird, haben die Newsletterbetreiber nun
die Gelegenheit, ihre Newsletter kräftig zu optimieren.
Denn die meisten Schwächen lassen sich leicht beheben, so die Erkenntnis
der klickfreundlich-Newsletterstudie, die jetzt von der Internet-Fullservice-Agentur
"absofort Erfolg im Internet" vorgelegt wurde.
Untersucht wurden sowohl juristische als auch marketingtechnische
Faktoren. Über 1.000 Newsletter wurden nach 25 Kriterien untersucht.
Neben zwei Prozent makellosen Newslettern hatten 48 Prozent ein
bis drei Mängel, 35 Prozent vier bis sechs Mängel, neun Prozent
sieben bis zehn Mängel und sechs Prozent mehr als zehn Mängel. Dabei
schnitten überraschenderweise die mit professionellem Anspruch erscheinenden
Newsletter von Großunternehmen nicht besser ab als solche, die der
Chef nach Feierband selbst schreibt.
Juristische Mängel
Die Mehrheit der Newsletter verstößt sogar gegen geltendes Recht
und könnte daher abgemahnt werden: Bei 68 Prozent findet der Abonnent
entweder keinerlei Hinweise zum Datenschutz oder muss diese gesetzlich
vorgeschriebenen Informationen in den AGB suchen. Und in 52 Prozent
der Newsletter-Impressen fehlen ebenfalls Pflichtangaben.
Potenziale verschwendet
Schon bei der Newsletter-Anmeldung läuft vieles schief. 35 Prozent
aller Anmeldeseiten liegen drei Klicks oder mehr von der Startseite
entfernt - oder sind für Uneingeweihte gänzlich unauffindbar. In
28 Prozent der Fälle ist der Anmeldevorgang umständlich und bedarf
der Angabe unnötig vieler persönlicher Daten. Und nur 42 Prozent
der Newsletter-Versender bieten das besonders sichere Double-Opt-In-Verfahren.
Technisch veraltet, fehlender Mehrwert
Viele Newsletter-Gestalter arbeiten mit überholten, bilderlastigen
Designs. 45 Prozent verzichten auf Multipart-Aussendungen. Daher
kommt ein erheblicher Teil der Newsletter entweder gar nicht bei
den Abonnenten an oder wird fehlerhaft angezeigt. Was doch durchkommt,
hat oft kaum inhaltlichen Mehrwert: Viele Aussendungen, so die Studie,
seien Selbstzweck und daher ungeeignet, eine echte Kundenbeziehung
aufzubauen.
Ganz zu recht konzentriert sich die Untersuchung auf die absoluten
Standards im Newslettermarketing. Allerdings - und das zeigen Untersuchungen
der Kollegen bei Xqueue - wird die Effizienz des Newslettermarketings
zunehmend davon abhängen, wie gut E-Mailmarketing in das restliche
Marketing integriert wird. Außerdem zeigen schon heute Selektion
und verhaltensbasiertes Marketing, was für Potenziale im E-Mailmarketing
stecken. Und davon ist ein großer Teil der Newsletter, auch in Großunternehmen,
weit entfernt. Ein Beispiel dafür ist Dell, die ihren Newsletter
noch immer als elektronische Wurfsendung mißverstehen.
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